Let's Dance

Braut und Bräutigam beim Eröffnungstanz (Foto: edavisso/Fotolia)
Braut und Bräutigam beim Eröffnungstanz (Foto: edavisso/Fotolia)
Und da sind sie wieder, die zwei linken Füße, die Sie so gut über Jahre hinweg aus Ihrem Gedächtnis verbannt hatten… Sie glauben gar nicht, wie viele Bräute erst am Tag ihrer Hochzeit, unter den Augen aller Gäste, schmerzhaft feststellen müssen, dass ihr Liebster zwar vielerlei Begabungen hat, Tanzen aber ganz sicher nicht dazu gehört.

Da hilft nur eins: Liebe Bräute, testet frühzeitig, wie sich Eurer Zukünftiger auf dem Parkett macht. Und allen Herren der Schöpfung sei gesagt: Es ist keine Schande offen zuzugeben, dass Sie sich früher erfolgreich vor dem Tanzkurs Ihres Schuljahrgangs gedrückt haben, solange Sie - spätestens wenn die Hochzeitsglocken läuten - die wichtigsten Schritte beherrschen. Denn in Deutschland gilt: Der ausgelassene Teil des Abends wird vom Brautpaar traditionell mit dem Hochzeitstanz eröffnet.

Als klassischer Brauttanz gilt nach wie vor der Wiener Walzer. Wer jedoch einen anderen Tanz, wie zum Beispiel einen Foxtrott, eine Rumba, einen heißblütigen Salsa oder einen temperamentvollen Tango aufs Parkett legen will, muss nicht zwanghaft an der Tradition des Dreiviertel-Takters festhalten.

Ganz gleich, für welchen Tanz sich das Brautpaar entscheidet und unabhängig davon, ob die letzten Tanzstunden "nur" Jahre zurück liegen oder ob es nie welche gab: ein paar gemeinsame Stunden Unterricht, in denen sich Braut und Bräutigam mit den wichtigsten Schritten vertraut machen können, ist in jedem Fall zu empfehlen. Die meisten Tanzschulen bieten mittlerweile so genannte "Hochzeitskurse" an, deren Inhalte auf die speziellen Bedürfnisse von Brautpaaren mit wenig Vorlaufzeit abgestimmt sind. Allen Ungeübten, die bis zum großen Fest fit sein möchten, rät der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband (ADTV) deshalb zu einer ehrlichen Selbsteinschätzung hinsichtlich der persönlichen Tanzkenntnisse sowie zur Berücksichtigung der folgenden fünf Punkte.

Beratung suchen

Bevor Sie sich für einen Kurs anmelden, sollten Sie sich in jedem Fall von einem erfahrenen Tanzlehrer beraten lassen. Er kann Ihnen, unter Berücksichtigung Ihrer Vorkenntnisse, Tipps geben, welchen Kurs Sie belegen und wie viel Zeit Sie einplanen sollten.

Entscheidung treffen

Mit welchem Tanz möchten Sie den Abend eröffnen? Der Wiener Walzer ist und bleibt zwar der Klassiker, allerdings ist er anspruchsvoller als zum Beispiel der Langsame Walzer. Entscheiden Sie sich für einen Tanz, der zu Ihnen passt. Auch Discofox und Foxtrott kommen hierfür in Frage.

Einfache Figuren wählen

Tänzerisch weniger versierte Brautpaare sollten eher einfache Figuren einstudieren. Dazu gehört zum Beispiel das Pendeln beim Wiener Walzer. Professionelle Tanzlehrer erfassen Ihr Können schnell und können entsprechende Empfehlungen geben.

Walzer ist nicht gleich Walzer

Tanzen Sie auf keinen Fall zu unbekannter Musik. Auch dann nicht, wenn Sie den Tanz Ihrer Wahl an Ihrem Hochzeitstag drauf haben. Wählen Sie den Song für den Eröffnungstanz sorgfältig mit dem Kursleiter aus und besprechen Sie den Titel vorab mit dem DJ oder der Live Band. Tipp: Greifen Sie auf ein Lied zurück, mit dem Sie gemeinsame Erinnerungen verknüpfen. Aber Achtung: Kein zu schnelles Tempo! Die Braut möchte auch nach dem Tanz noch frisch aussehen!

Generalprobe

High Heels, ein voluminöser Reifrock oder eng anliegendes Kleid können schnell zum Störfaktor werden, wenn man nicht daran gewöhnt ist. Und wer ist das schon …? Deshalb: Testen Sie Ihr Kleid und Ihre Schuhe vorher beim Tanzen!

Übrigens: Grundkurse für Paare oder Hochzeitskurse sind nicht nur für Brautleute zu empfehlen, sondern auch für ihre Trauzeugen, die Brauteltern, die Familie, für alle Hochzeitsgäste und Freunde. Machen Sie ein gemeinsames Erlebnis daraus und entdecken Sie wieder einmal, wie viel Spaß Tanzen macht.

Wem es auch nach erfolgreich absolviertem Kurs noch vor dem Eröffnungstanz graut, beruhigt es vielleicht zu wissen, dass dieser meist nur von kurzer Dauer ist. Ganz nach dem Motto "Bäumchen, wechsle Dich!" geht es in folgender Reihenfolge weiter: Der Brautvater löst den Bräutigam ab, während dieser seine Mutter aufs Parkett holt, um mit ihr den Tanz fortzusetzen. Danach fordert das frisch angetraute Paar die Eltern des Bräutigams (sie den Vater und er die Mutter) zum Tanz auf. Wenige Schritte später ist die Tanzfläche für alle Gäste freigegeben.

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